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Ein Denkmal für Ika Freudenberg

Der Verein für Fraueninteressen schlägt seine Mitbegründerin und langjährige 1. Vorsitzende Ika (Friederike) Freudenberg (1858 – 1912) für ein Denkmal in München vor.

Artikel in der SZ vom 22.08.2020

Zur Person:
Ika Freudenberg wurde als Tochter eines Hüttenbesitzers in Raupach bei Neuwied geboren und wuchs in Wiesbaden auf. Sie absolvierte eine Ausbildung als Konzertpianistin. 1890 trat sie in den „Verein Frauenbildungsreform“ ein, um für gleiche Bildungs- und Berufschancen von Jungen und Mädchen zu kämpfen. 1893  lernte sie Anita Augspurg und Sophia Goudstikker kennen und siedelte ein Jahr später nach München um.


Begründung:
Ika Freudenberg und Anita Augspurg waren ebenbürtige und wirkmächtige Kämpferinnen für die Frauenbewegung. Im Gegensatz zu Anita Augspurg ist Ika Freudenberg heute fast vergessen.
1894 gründete sie gemeinsam mit Anita Augspurg den Verein für Fraueninteressen (zunächst als „Gesellschaft zur Förderung geistiger Interessen der Frau“). Bereits im Gründungsjahr übernahm Freudenberg von  Augspurg den 1. Vorsitz und bewahrte den jungen Verein davor, sich gleich wieder aufzulösen. Die überaus kritische Hedwig Pringsheim – dank ihrer Mutter Hedwig Dohm auf der Höhe der frauenpolitischen Diskussion -  notiert am 24. November 1894 in ihr Tagebuch „abends mit Frau Brentano in den „Verein für Förderung geistiger Interessen der Frau“ – (…), sehr gute Rede der Präsidentin Frl. Freudenberg.“
Sie gab dem Verein ein klares frauenpolitisches und in vielen Punkten sehr fortschrittliches Profil.
„wir haben gezeigt, dass wir willens sind, die heutigen Frauen-Interessen auf den verschiedensten Gebieten wahrzunehmen und zu vertreten, und zwar in durchaus fortschrittlichem Sinne, im Sinne der großen deutschen Frauenbewegung, der sich ja auch unser Verein, als Mitglied des Bundes deutscher Frauenvereine offiziell angeschlossen hat.“ Bericht über die vierte Generalversammlung (21.1.1898), S. 1f


Unter Freudenbergs Leitung wurde der Verein in München Anziehungspunkt für Frauen und Männer aus aller Welt, die vorübergehend oder dauerhaft in München lebten. Gleichzeitig wurden auch immer mehr gebürtige Münchnerinnen und Münchner Mitglied und so verbreitete sich die Idee der Frauenemanzipation allmählich auch im katholisch geprägten München. Nach 10 Jahren hatte der Münchner Verein bereits 600 Mitglieder.

Der Verein für Fraueninteressen war ein wichtiger Bestandteil der „Münchner Moderne“. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler wurden Mitglied, wie umgekehrt auch Ika Freudenberg  selbst und andere Vorstandsmitglieder sich in künstlerischen Kreisen bewegten. Sie interpretierte den Begriff der Modernität für die Frauenbewegung neu und erweiterte ihn um die soziale Dimension. „Alle Mühe und Arbeit, die wir aufwenden wird uns tausendfach vergolten durch das Bewusstsein, rechte Kinder unserer Zeit zu sein, ihre gewaltigen Fragen zu verstehen und zu ihrer Lösung beizutragen.“
Ika Freudenberg war eine im ganzen Deutschen Reich gesuchte Rednerin und Mitglied im Vorstand des Bundes Deutscher Frauenvereine. 1899 veranstaltete sie den 1. Allgemeinen Bayerischen Frauentag in München und legte damit den Grundstein einer bayerischen  Frauenbewegung. In den Folgejahren gründete der Verein Ortsgruppen in 35 bayrischen Städten und fasste sie 1909 zum Hauptverband bayerischer Frauenvereine zusammen. Den Vorsitz übernahm ebenfalls Ika Freudenberg.

Wo kann ein Denkmal platziert werden?
Der Lebensmittelpunkt Ika Freudenbergs und ihres Kreises lag eindeutig in der Maxvorstadt.
Zwischen 1894 und 1899 lebte sie gemeinsam mit ihrer Wiesbadener Freundin Emmy Preusser in der Galeriestr. 20; Kaulbachstr. 56 und Giselastr. 18. Nach dem Tod Emmy Preussers zog sie zu Sophia Goudstikker in die Königinstr.3a.
Leider steht das Gelände des amerikanischen Konsulates (ehemals Hofatelier Elvira) für ein Denkmal nicht zur Verfügung.
Mögliche Alternativen sind wichtige Versammlungs- und Veranstaltungsorte des Vereins für Fraueninteressen:
Restaurant Eckel in der Burgstr. 17
Hotel Roter Hahn am Karlsplatz 11 - 13
Kunstgewerbehaus München Promenadeplatz
Café Luitpold in der Briennerstr.
Künstlerhaus am Lenbachplatz
Frauenarbeitsschule in der Von der Tann-Str. 2

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