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Internationaler Tag "Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung" am 06. Februar


Weibliche Genitalverstümmelung oder Female Genital Mutilation (FGM) ist eine Praxis, bei der Teile der weiblichen Geschlechtsorgane, ohne medizinische Notwendigkeit, entfernt und stark verletzt werden. Meistens werden die Betroffenen ohne Narkose und unter gefährlichen und unhygienischen Bedingungen der Prozedur unterzogen.  Die Überlebenden leiden häufig ihr Leben lang unter starken körperlichen und psychischen Folgen.
  • Weltweit sind mehr als 200 Millionen Menschen von FGM betroffen
  • FGM wird in über 30 Ländern durchgeführt
  • In Deutschland leben rund 65.000 von FGM Betroffene
  • Die Praxis wird häufig an Kindern im Alter von 4-14 Jahren durchgeführt
FGM in Deutschland: Seit 2013 ist FGM ein eigener Strafbestand (§226 a StGB). Seit 2014 sind die Charakteristika der vier Typen von FGM im medizinischen Diagnoseschlüssel eingelassen. Gesetzliche Krankenkassen müssen die Folgekosten von FGM übernehmen. Mit der Eröffnung des Desert Flower Center Berlin wurde ein Raum für die Überlebenden geschaffen, in dem sie medizinische und psychologische Unterstützung erhalten. Am 1. Januar 2020 ist die Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen in Kraft getreten. Erstmalig ist dort geregelt, dass die besonderen Belange von Frauen, die von einer weiblichen Genitalverstümmelung betroffen sind, zu berücksichtigen sind. Es gibt eine bundesweite Liste mit Ansprechpartnerinnen* (https://www.frauenrechte.de/online/images/downloads/fgm/Adressliste-AnsprechpartnerInnen-FGM.pdf) und das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" (08000 116 016). Handlungsbedarf: Sichtbarkeit der Überlebenden und Aufklärung der Bevölkerung über FGM!

Fortbildungen für Medizinerinnen* und andere Berufsgruppen für Umgang mit und Behandlung von FGM-Überlebenden! Bundesweite, sichere Anlaufstellen mit sensibilisierten Unterstützerinnen* für Betroffene und Gefährdete. Medizinische, juristische und psychologische Beratung sollte allen Betroffenen bundesweit zustehen! Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.unwomen.de/informieren/beendigung-der-gewalt-gegen-frauen/null-toleranz-gegenueber-weiblicher-genitalverstuemmelung.htmlhttps://unric.org/de/060222-fgm/

 

Emma Bombien (she/her)
Bundesgeschäftsstelle Deutscher Frauenring e.V.
Sigmaringer Str. 1
10713 Berlin TEL 030 88718493; FAX 030 88718494 MOBIL +49 157 31538643
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