Alltagsbewältigung und Sorgearbeit: Wenn das Leben zur Belastungsprobe wird
Gleichstellung von Frauen – Unsere Forderungen zur Kommunalwahl 2026
Seit 132 Jahren setzt sich unser Verein für die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in der Gesellschaft ein – mit dem klaren Ziel, die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern endlich Realität und Selbstverständlichkeit werden zu lassen. „Fraueninteressen. Gleichstellung. Jetzt!“ lautet das Motto, unter dem sich unser Verein mit seinen 14 sozialen Einrichtungen entschlossen gegen strukturelle Ungleichheiten stark macht.
Anlässlich der Kommunalwahlen am 8. März 2026 bekräftigen wir zehn wesentliche Forderungen an Entscheidungsträgerinnen* in Politik und Wirtschaft, die wir im Katalog „Frauen.Fordern.Jetzt!“ zusammenfasst haben. Wir benennen die drängendsten Probleme in unserer Gesellschaft und geben Frauen eine Stimme. TUN SIE ES AUCH!



FORDERUNG # 1
Sorgearbeit:
Fundament der Gesellschaft, meist von Frauen geleistet
Ob Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder emotionale Unterstützung im Familienalltag – Sorgearbeit ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Doch sie bleibt oft unsichtbar, unbezahlt und wird überwiegend von Frauen geleistet. Viele von ihnen stehen vor der Herausforderung, diese Aufgaben mit einer Erwerbstätigkeit zu vereinbaren – oder müssen ganz auf berufliche Perspektiven verzichten. Die Folge: finanzielle Unsicherheit, soziale Isolation und psychische Überlastung.
Die Realität: Frauen sind mehrfach belastet und oft allein gelassen
In den Einrichtungen des Vereins für Fraueninteressen zeigt sich täglich, wie komplex die Lebenslagen vieler Frauen sind. Alleinerziehende, Migrantinnen, Seniorinnen oder Frauen in beruflichen Umbruchsphasen kämpfen mit Bürokratie, fehlender Betreuung, Wohnungssuche, Schulden und gesundheitlichen Problemen. Ohne familiäre Netzwerke oder staatliche Unterstützung geraten viele in eine Spirale aus Überforderung und Erschöpfung.
Unsere Forderungen: Für eine gerechte Entlastung
Damit Alltagsbewältigung nicht zur Überlebensstrategie wird, braucht es konkrete politische Maßnahmen:
- Ausbau verlässlicher Betreuungs- und Pflegeangebote zur Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit
- Stärkung zivilgesellschaftlicher Beratung durch finanzierte haupt- und ehrenamtliche Kräfte
- Bildungsangebote zur Förderung von Alltagskompetenzen
- Abbau bürokratischer Hürden und verständliche Sprache in Behörden
„Bring-Leistungen“ statt „Hol-Schuld“ – staatliche Unterstützung muss aktiv zu den Menschen kommen
Fazit: Sorgearbeit ist systemrelevant – und verdient Unterstützung
Wenn wir Gleichstellung ernst nehmen, müssen wir Sorgearbeit sichtbar machen, wertschätzen und strukturell absichern. Denn eine starke Gesellschaft braucht starke Frauen – und starke Frauen brauchen verlässliche Unterstützung.

